Dirndl
Als Dirndl bezeichnet man eine Trachtenmode für Frauen, wie sie in Bayern und österreich traditionell getragen wird. Der Begriff geht zurück auf die Bezeichnung "Dirn", mit der ein junges Mädchen oder auch eine Magd gemeint ist. Eigentlich ist der korrekte Begriff für diese Trachten "Dirndlgewand", wird aber zumeist heute zu Dirndl verkürzt.
Das heutige Dirndl entspricht nicht mehr einer bestimmten regionalen Volkstracht, deren Aussehen exakte Rückschlüsse auf die Region und den sozialen Rang der Trägerin zulässt. Heutige Dirndlkleider verwenden zwar noch immer Elemente der klassischen Trachtenmode, lassen aber keinen konkreten Bezug zur regionalen Herkunft der Trägerin mehr erkennen.
Ursprünglich als Trachten für Dienstboten gedacht, eroberten die Dirndl Ende des 19. Jahrhunderts auch die höheren Stände. Es wurde zunehmend als praktisches und modernes Kleid verwendet, das in der sogenannten Sommerfrische der damaligen Zeit hohe Popularität errang.
Die neuen Varianten des Dirndl
Typisch für den Schnitt der heutigen Trachten ist beim Dirndl die Definition als ein Kleid mit weitem Rock, der direkt an der Taille ansetzt und von einer Schürze bedeckt wird. Die Länge hängt dabei von der jeweils vorherrschenden Mode ab. Darüber angesetzt wird das eher eng geschnittene Oberteil, welches durch den typischen tiefen Ausschnitt gekennzeichnet ist, der von der Form her sowohl rechteckig als auch rund sein kann.
Besagte Schürze hat darüber hinaus eine symbolische Bedeutung, die auf die traditionelle Trachtenmode zurückgeht. Je nachdem, auf welcher Seite sich die Schleife befindet, mit der die Schürze gebunden wird, kann man den Familienstand der Trägerin ableiten. Auf der linken Seite signalisierte die Trägerin, dass sie noch "zu haben" war, während die Schleife auf der rechten Seite eine Verlobung oder gar Verheiratung anzeigte.
Auch diese Mode unterliegt allerdings dem Zeitgeist; heute wird teilweise auch die Schleife entweder vorne oder hinten getragen, wobei die hintere Position die Trägerin als Witwe ausweist, und die vordere Position für Jungfräulichkeit steht.
Zu allen Anlässen das
passende Dirndl
Für verschiedene Anlässe werden bei der Fertigung der Kleider unterschiedliche Stoffe eingesetzt. So kann ein Dirndl sowohl aus Leinen oder Baumwolle gefertigt sein als auch aus Seide. Diese Stoffe sind entweder einfarbig oder mit einem Muster bedruckt. Das Kleid ist einteilig mit einem vorne angebrachten Verschluss, der aus Knöpfen, Haken oder einem Reißverschluss besteht. Letzterer kann auch hinten oder seitlich angebracht sein. Unter dem Dirndl wird eine kurze Dirndlbluse getragen, die sowohl lang- als auch kurzärmlig sein kann, eventuell auch mit Puffärmeln. Auch ein Hals- oder Schultertuch wird oft verwendet.
Oft werden die heute gefertigten Dirndl anlässlich von Volksfesten im süddeutschen Raum getragen. Bekanntestes Beispiel hierfür dürfte das Münchner Oktoberfest sein. Insbesondere auch Touristen sind von den regionalen Trachten fasziniert und erwerben nicht selten Dirndl. In Ländern wie USA oder Japan gelten sie als sehr exotisch und typisch für Deutschland, ohne zu unterscheiden, dass diese Kleider eher selten im restlichen Deutschland getragen werden.
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